Bezirk 2 Ilmenau

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Fisch des Jahres


Anglerverband Niedersachsen e.V.

– vormals: Landessportfischerverband Niedersachsen e.V.–

Anerkannter Landesfischereiverband nach § 54 Nds. FischG -
Anerkannter Naturschutzverband nach § 60 NNatG
Mitgliedschaften:
Deutscher Angelfischerverband e.V.
Norddeutscher Gewässerschutz e.V.
Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V

Lachsprojekte - Bezirk 2 Ilmenau

Lachsprojekt - Stationen des Projekts

Stationen des Projektes  »ELBELACHS 2000«

Ein großer Teil der in Sachsen gefangenen Lachse stammt aus dem Elbestrom und wurde seit ältester Zeit von den Fischerinnungen an geeigneten Uferstellen, auf den so genannten Lachszügen, gefischt.  Derartige Fangplätze befanden sich fast ausschließlich am rechten Elbufer, zwischen Strehla und Dresden.

Anthropogene Einflüsse, insbesondere die Errichtung von Querbauwerken in den Elbzuflüssen und die zunehmende Gewässerverschmutzung, verursachten ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Niedergang der Elblachsbestände. Fischereiwissenschaftler bezifferten die sächsischen Lachsfänge in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nur noch auf ca. 150 Stück/Jahr.

Aufgrund der zurückgegangenen Zahl der Elblachse initiierte der Sächsische Fischereiverein um 1885 Maßnahmen zur Förderung der Lachsbestände. Zusammen mit den Fischerinnungen wurden Lachsbeobachtungsstationen eingerichtet und fischereibiologische Untersuchungen über das Aufstiegs- und Laichverhalten angestellt. Eine Vielzahl biologischer Daten wurde erstmals in einheitlichen Fragebögen erfasst und gesammelt.

Der Papierfabrikant Rössler ließ 1885 bei Prossen eine Lachsbrutanstalt anlegen, die jedoch bald aus Mangel an Laichfischen aufgegeben werden musste. Man fing um diese Zeit ca. 30 - 60 aufsteigende Lachse im Lachsbach. 1930 wurde am Porschendorfer Wehr des Lachsbaches der letzte Lachs in diesem Fluss, ein 1,20 m langer Kupferlachs gefischt.

1933 wurde der letzte Lachszug in der Elbe beobachtet. Der bislang letzte Elbelachs wurde 1947 bei Pirna gefangen. Damit war der ursprüngliche echte Elbstamm ausgestorben.

ab 1989:

Die Wassergüte der Elbe beginnt sich zu verbessern. Die organische Belastung sinkt, der Sauerstoffgehalt erreicht ganzjährig Werte um die Sättigung. Der Gehalt an toxischen Substanzen verringert sich kontinuierlich.

28.Oktober 1993:

In Magdeburg konstituiert sich der länderübergreifende Arbeitskreis »Elbe-Fischerei«. Darin arbeiten die Fischereibehörden der deutschen Elbanliegerländer zusammen. Ziel des Arbeitskreises ist die Förderung der Elbfischerei und die Abstimmung des Handelns der Fischerei an der Elbe. In der Sitzung im März 1994 wird der in Deutschland ausgestorbene Lachs als Leitfisch der Elbfischerei benannt.

Sommer / Herbst 1994:

Unter der Federführung der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft als Fischereibehörde für den Freistaat Sachsen wird die »Konzeption zur Wiedereinbürgerung des Atlantischen Lachses in die Elbe und ihre Nebengewässer« erstellt. Alle deutschen Elbanliegerstaaten suchen potentiell geeignete Lachsaufzuchtgewässer unter den Nebenflüssen der Elbe. In Sachsen werden Lachsbach, Polenz, Sebnitz und Kirnitzsch als grundsätzlich geeignet angesehen. Nach Abstimmungen mit dem Umweltministerium soll sich der Lachsbesatz auf Polenz und Sebnitz beschränken. Die Kirnitzsch bleibt wegen ihrer besonderen Bedeutung für den Nationalpark Sächsische Schweiz unberücksichtigt. Die Suche nach den zur Wiedereinbürgerung in sächsische Nebenflüsse geeigneten Wildlachsbeständen in Europa beginnt. Aus Schweden und Irland ist passendes Besatzmaterial lieferbar.

11. November 1994:

Am frühen Morgen gegen 1.00 Uhr erreicht die erste Lachsbrut aus dem westschwedischen Fluss Lagan Sachsen. Nach den erforderlichen veterinärhygienischen Maßnahmen werden die Eier in die Brutrinnen der Forellenzucht Langburkersdorf aufgelegt.
 
1.März 1995:

57.000 Lachseier aus dem irischen Fluss Delphi und 40.000 aus dem Shannon-River werden im Augenpunktstadium nach Langburkersdorf zur Erbrütung gebracht. Sie sollen die genetische Variabilität des Besatzmaterials erhöhen.

21. April 1995:

Die Staatssekretäre Hermann Kroll-Schlüter (Landwirtschaftsministerium) und Dieter Angst (Umweltministerium) setzen gegen 13 Uhr die ersten Lachsbrütlinge in die Polenz. Nach vermutlich mehr als 60 Jahren schwimmen wieder Lachse in sächsischen Bächen.

Frühjahr 1996:

Die ersten ca. 15 - 20 cm großen, silbrig gefärbten Junglachse (Smolts) wandern über den Lachsbach in die Elbe ab.

Frühjahr 1997 / Frühjahr 1998:

Angler fangen bei Pirna, Elbfischer bei Magdeburg mehrfach abwandernde Junglachse. Da zwischen Rathmannsdorf und Magdeburg niemand weiter mit Lachsen arbeitet, müssen die Fische aus Sachsen stammen. Die Abwanderung über die Elbe scheint problemlos zu funktionieren.

5. Mai 1998:

Nachdem sich der Nordböhmische Anglerverband im Vorjahr zur Teilnahme am Programm »Elbelachs 2000« entschlossen hat, überschreiten gegen 11 Uhr in Sachsen erbrütete Junglachse die tschechische Grenze. Die Jungfische werden unter großer Anteilnahme der Medien in die Kamnitz ausgesetzt. Ein weiterer Teil ist für das Egergebiet vorgesehen.

20. September 1998:

Bei Kontrollbefischungen in der gerade in Betrieb genommenen neuen Fischtreppe am Stauwehr Geesthacht bei Hamburg wird ein männlicher Lachs von 69 cm Länge mit einem Gewicht von 2.605 Gramm gefangen. Die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft wird von der Wassergütestelle Elbe aus Hamburg sofort informiert.

Oktober1998:

Die Hinweise von Anglern und interessierten Bürgern über »große, teilweise bunt gefärbte unbekannte« Fische in Lachsbach, Sebnitz und Polenz häufen sich. Bei sofortigen Kontrollbefischungen entpuppen sie sich meist als große Döbel oder aber sind nicht mehr da. Noch bleiben einige Fragen offen.

26. Oktober 1998 10 Uhr:

Angler weisen darauf hin, dass in Rathmannsdorf große Fische versuchen, das Wehr zu überwinden. Die Fischereibehörde bittet die Forellenzucht Langburkersdorf, die als Dienstleister das Lachsprogramm begleitet, das zu überprüfen.

26. Oktober 1998 12.30 Uhr:

Fischwirtschaftsmeister Hans Ermisch hält den ersten Laichlachs in der Hand. Er wiegt über 2 kg und ist etwa 70 cm lang. Weitere Lachse werden beim Überwinden des Lachsbachwehres in Rathmannsdorf beobachtet.

26. Oktober 1998 15 Uhr:

Mitarbeiter der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft überzeugen sich vor Ort vom Stand der Dinge. Die erste Pressemitteilung wird noch am Nachmittag erstellt und die Medien informiert.

28. Oktober 1998:

Durch die Niederschläge der letzten Nacht ist der Wasserstand im Lachsbach stark angestiegen. Es scheint, dass die Laichfische das Wehr bei den extremen Strömungen nicht mehr überwinden können. Der verantwortliche Referatsleiter Fischerei der Landesanstalt entschließt sich, die vergeblichen Versuche der Lachse am Lachsbachwehr zu beenden. Am folgenden Tag werden die Fische mittels Elektrofischerei gefangen und oberhalb des Wehres wieder ausgesetzt. Jetzt wäre die für das Wehr im nächsten Jahr geplante Fischtreppe schon nötig!

29. Oktober 1998:

Die Presse ist ans Lachsbachwehr geladen. Zwölf Laichfische mit insgesamt 39,6 kg Gewicht werden ins Oberwasser des Wehres gesetzt. Mindestens vier weitere sind den Spezialisten der Fischereibehörde entwischt. Der größte gefangene Fisch ist 91 cm lang und wiegt über 6 kg! Die mittlere Stückmasse sowie die mittlere Länge beträgt 3,3 kg und 73 cm.

23. November 1998:

Trotz eisiger Temperaturen wird nochmals gefischt und je ein Milchner und ein Rogner gefangen. Im Jahr 1998 wurden damit insgesamt 27 Lachse mit einer Gesamtmasse von 69,9 kg gefangen. Der Fang setzte sich aus 13 Milchnern und 14 Rognern zusammen. Die Fische waren im Mittel 2,6 kg schwer und 68 cm lang.

Winter 1998 / 99:

Wegen anhaltend hoher Wasserstände gelingt es im Frühwinter trotz intensiver Suche nicht, im Lachsbachsystem Laichgruben von Lachsen zu finden. Es bleibt die Frage, ob die Fische abgelaicht haben.

Frühjahr 1999:

Um die Frage nach einer erfolgreichen Reproduktion vielleicht doch noch zu klären, werden die in diesem Frühjahr zur Verfügung stehenden 300.000 Junglachse alle in die Sebnitz gesetzt. Die Polenz, in die wahrscheinlich der größte Teil der Laichfische im Herbst eingewandert ist, bleibt bewusst ohne Lachsbesatz. Die Chancen für einen solchen indirekten Nachweis sind allerdings gering. Voraussetzung ist jetzt nicht nur, dass die Lachse abgelaicht haben, sondern dass auch Eier überlebt haben und Brut aufgekommen ist. Und dann muss man noch an der richtigen Stelle in einem kilometerlangen Flussabschnitt Junglachse nachweisen. Das war bei der geringen Anzahl Laichfische eher zweifelhaft.

Mai 1999:

Ein Angler fängt in der Elbe bei Bad Schandau einen männlichen Lachs von 70 cm Länge. Obwohl der Fisch im Mai keine Schonzeit mehr hat und das gültige Mindestmaß überschreitet, setzt er ihn aber selbstverständlich schonend in den Strom zurück. Anschließend informiert er über den Fang.

3. August 1999:

Bei Probebefischungen zum Brutaufkommen werden in der Polenz neben einer Vielzahl von Bachforellen zwei Jungfische gefangen, die nach ihren äußeren Merkmalen Lachse sein könnten. Gab es doch einen Bruterfolg? Je mehr die Spezialisten der Landesanstalt für Landwirtschaft auf die Fischchen schauen, desto unsicherer werden sie. Da bei einer Länge von etwa 5 cm die Unterscheidung zwischen Bachforelle und Lachs an Hand äußerer Merkmale wirklich nicht sicher ist, bleiben Zweifel.

24. September 1999:

Die Mitarbeiter der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft zeigen Dr. Schmidt, dem Verantwortlichen für das Programm "Rheinlachs 2000" in Nordrhein-Westfalen unsere sächsischen Lachsflüsse. Bei einer Probebefischung werden in der Polenz auf Anhieb zwei inzwischen 10 cm lange Parrs gefangen, bei denen sich alle einig sind, dass es Junglachse sein müssen. Um den letzten Zweifel auszuräumen, werden die Fische tiefgefroren mit nach Albaum genommen. Die Spezialisten der Dezernate für Fischerei der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten Nordrhein-Westfalen können mit Hilfe moderner genetischer Differenzierungsmethoden, der sogenannten Enzymelektrophorese Lachse und Bachforellen sicher unterscheiden. Nach der Untersuchung wird klar: Nach mehr als 70 Jahren haben sich Lachse im oberen deutschen Elbgebiet wieder erfolgreich fortgepflanzt!

Oktober 1999:

Alle warten auf die Laichfische des Jahrganges 1999. Aber die Elbe hat Niedrigwasser! Der Anruf der Wassergütestelle Elbe aus Hamburg am 11. Oktober macht wieder Hoffnung. Im Fischpass des Stauwehres Geesthacht wurden ein männlicher und ein weiblicher Lachs von 78 bzw. 83 cm gefangen. Oberhalb Hamburgs sind sie also schon! Aber von der Elbe in den Lachsbach gibt es jetzt sogar eine selbst für Lachse fast unpassierbare Schwelle, die bei normalem Wasserstand nicht zu sehen ist. Werden unter diesen Bedingungen Lachse den Aufstieg schaffen?

1. November 1999:

In den letzten Oktobertagen sind ein paar Liter Regen gefallen. Das ist zwar nicht viel, aber der Lachsbach führt nun einigermaßen Wasser. Die Mitarbeiter der Landesanstalt brechen mit voller Ausrüstung zum Lachsbach auf. Bereits am 1. November werden 14 laichreife Lachse gefangen. Offensichtlich haben die Fische in der Elbe nur auf ein wenig mehr Wasser gewartet.

November / Dezember 1999:

Es sollte noch viel besser kommen. Insgesamt werden bis Mitte Dezember 76 Lachse gefangen. Ein Teil der Fische hatte bereits mit dem Ablaichen begonnen, wovon die bei Niedrigwasser deutlich erkennbaren Laichgruben im Lachsbach zeugten. Von einem Teil der 28 gefangenen Rogner wurden 80.000 Eier gewonnen, die künstlich erbrütet werden. Damit kann die Besatzmenge im Frühjahr mit in Sachsen erzeugter Lachsbrut weiter erhöht und das Programm beschleunigt werden. Ein Teil der Laichfische wurde über das Lachsbachwehr gesetzt, um sich im Oberlauf des Lachsbaches und seinen beiden Zuflüssen natürlich fortzupflanzen.

Januar 2000:

Es gibt gute Nachricht vom Lachsbachwehr: Im Frühjahr kommt der Betreiber der Wasserkraftanlage seiner Verpflichtung zum Bau einer Fischtreppe nach. Die Planung ist abgeschlossen. Die Baukosten für den Fischweg belaufen sich auf ca. 270.000,- DM. Der Freistaat beteiligt sich an diesen Kosten. Der Bau wird bis zum Beginn der Lachssaison 2000 abgeschlossen sein.

September 2000:

Zwischen Hamburg und Dresden werden immer häufiger Lachse von Anglern und Berufsfischern gefangen. Eine wachsende Anzahl von Meldungen geht ab Mitte September von Anglern, Berufsfischern und Fischereiinstituten, die an der Elbe arbeiten, bei der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft ein.

Mitte Oktober 2000:

Die Inbetriebnahme des Fischpasses am Rathmannsdorfer Wehr verzögert sich. Planmäßig hätte längst Wasser durch die 19 Becken laufen müssen. Nun wird wohl den Laichfischen erst Ende des Monats aus eigener Kraft der Aufstieg in die Laichgebiete möglich sein.

20. Oktober 2000:

Nach den Meldungen von Lachsfängen elbabwärts und den Erfahrungen der Vorjahre müssten allerdings bereits erste Laichfische den Lachsbach erreicht haben. Es gibt jedoch noch keine Hinweise von Anglern oder Fischereiaufsehern. Trotzdem entschließt sich der verantwortliche Referatsleiter Fischerei der Landesanstalt die erste Kontrollbefischung im Lachbach vorzunehmen. Sofort geht es los: Insgesamt 12 Laichlachse werden gefangen. Da sie noch nicht reif sind, werden sie schonend direkt am Fangort zurückgesetzt. Sie sollen selbstständig über den in den nächsten Tagen in Betrieb gehenden neuen Fischpass weiter aufsteigen. Leider ist von den unreifen Fischen auch eine Laichgewinnung nicht möglich.

30. Oktober 2000:

Es ist soweit! Der Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft hat die Presse zur Inbetriebnahme des Fischpasses an das Rathmannsdorfer Wehr geladen. Der so lange erwartete Fischweg an dieser so extrem wichtigen Stelle ist ein mustergültiger Bau für viele andere Wehranlagen geworden, die nicht nur in Sachsen nach wie vor den Fischwechsel behindern. Endlich ist der Weg für die Lachse in ihre Laichgebiete frei. Natürlich möchte der Minister der Presse auch einen Lachs präsentieren. Aber das wird plötzlich ein Riesenproblem. Am Vortag des Ministerbesuchs musste der Rauhgerinne-Beckenpass im Rahmen der behördlichen Bauabnahme zur Überprüfung seiner Funktionsfähigkeit probehalber in Betrieb genommen werden. Von den am 20. Oktober gefangenen und zurückgesetzten Laichfischen fehlt nun jede Spur. Der Fischweg funktioniert offensichtlich hervorragend! Zum Glück kann dann doch noch ein im Fischpass (!) gefangener Lachs den Medienvertretern präsentiert werden.

Anfang November 2000:

Nach der Inbetriebnahme des Fischweges am Lachsbach wird kein Lachs mehr gefangen. Die Fischtreppe funktioniert offenbar hervorragend.

November 2000:

Nun kommt es doch noch einmal richtig dick! Erstmals werden mehrere Laichgruben im Lachsbach gesehen. Die Lachse laichen also bereits im Lachbach ab. Und natürlich werden nun nochmals Fische gefangen. Bis zum Ende der Laichsaison immerhin insgesamt 113 Stück! Von 10 vollreifen Rognern wurden etwa 70.000 Eier abgestriffen, die im Frühjahr 2001 wie bereits im Jahr 2000 die Importe aus Schweden ergänzen.

Dezember 2000:

Bei der Suche nach Laichgruben von Lachsen können mehr als 50 geschlagene Gruben im Lachsbachsystem kartiert werden. Wer hätte das 1995 gedacht! Aus den Fängen und den Beobachtungen ist zu schlussfolgern, dass mindestens 200 Laichfische zurückgekehrt sind. Das reicht zwar längst noch nicht.Ein weiterer, erfolgreicher Schritt auf dem Weg zu sich selbst reproduzierenden Beständen ist damit jedoch getan.

Herbst 2001:

Im Herbst des Jahres 2001 werden insgesamt 60 Laichfische gefangen. Das ist wegen des funktionsfähigen Fischpasses allerdings nur eine Teilmenge der tatsächlich zurückgekehrten Lachse. Die mittlere Stückmasse der Laichfische ist auf 4,7 kg angestiegen.

Frühjahr 2002:

Erstmals werden Lachse in der Müglitz ausgesetzt. Noch ahnt keiner etwas von den tragischen Ereignissen, die sich wenige Monate später am Fluss ereignen sollen.

August 2002:

Das Jahrhunderthochwasser in Sachsen! Natürlich tritt das Lachsprogramm wegen der verheerenden Schäden in den  Hintergrund. Erst nach der Katastrophe kann man sich der Frage nach Auswirkungen des Extremhochwassers auf die Jungfische in der Müglitz und die Rückkehr der Lachse in die Elbe widmen.

Herbst 2002:

Die Frage nach der Anzahl der Rückkehrer kann bereits im Herbst positiv beantwortet werden. Die Zahl aufsteigender Laichfische ist größer, als in den Jahren zuvor. Wegen anhaltend hoher Wasserstände können allerdings nur 55 Lachse zu Kontrollzwecken gefangen werden. Darunter ist auch der bisher größte Rückkehrer mit einer Länge von 1,05 Metern und 8,7 kg Gewicht.

22. Dezember 2003:

Nach Beendigung der Kontrollbefischungen am Lachsbach fängt ein Angler bei Meißen einen noch größeren Lachsrogner (11,5 kg)! Der Fisch wird selbstverständlich schonend in die Elbe zurückgesetzt.

Frühjahr 2003:

Die Junglachse haben das Hochwasser sogar im Katastrophenfluss Müglitz überstanden. Bei Kontrollbefischungen werden ausreichend einjährige Junglachse gefangen.

Herbst 2003:

Die extreme Trockenheit im Sommer und auch im nun folgenden Herbst hat zu extremen Niedrigwasserständen in der Elbe und im Lachsbach geführt. Obwohl bei Befischungen in der Elbe 4 große Lachse gefangen werden können, findet bis Ende November kein Laichaufstieg in den Lachsbach statt. Es muss regnen, sonst ist die erfolgreiche natürliche Reproduktion in diesem Jahr in Frage gestellt.


Inhalt erstellt am 08.11.2005, geändert am 28.11.2005


(c) 2015 Matthias Huber

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